„Flipped Classroom“ Projekt

Mal wieder darf meine Einführungsphase als Projektkurs herhalten. Diesmal geht es um das Prinzip des „Flipped Classrooms“. Das ist eigentlich einfach erklärt: Die SchülerInnen hören/sehen sich die vom Lehrer vorbereitete Inhalte zuhause an und eignen sich so das Grundlegende Wissen zu einem bestimmten Sachverhalt in ihrem eigenen Lerntempo an. In der regulären Unterrichtsstunde kann auf dieses Wissen aufgebaut werden.

Ein Vorteil und Nachteil zugleich befindet sich in der „Arbeitsphase“ am Schreibtisch. Die vorbereiteten  Lernvideos oder Podcasts können von den SchülerInnen beliebig oft wiederholt werden und fördern somit ungemein das selbstständige Lernen, sowie den produktiven Gebrauch digitaler Lernmedien. Wenn die SchülerInnen das Angebot aber nicht nutzen, sind die regulären Unterrichtsstunden für sie wenig hilfreich. Es sollten somit im Voraus verbindliche Absprachen getroffen werden, damit für alle SchülerInnen eine produktive Lernumgebung geschaffen werden kann. Gelingt dies, so bietet die Methode die Möglichkeit noch stärker auf Stärken und Schwächen einzelner SchülerInnen einzugehen (z.B. durch eine Lerntheke).

So viel zur Theorie…wie nutze ich aber die Methode im Unterricht?

Ich selbst habe das Konzept nochmal „umgedreht“. Die SchülerInnen erhielten eine Hausaufgabe, in der sie sich zum neuen Inhaltsfeld „Christliche und islamische Welt“ informieren und erste Interessenschwerpunkte notieren sollen. In der darauffolgenden Stunde bildeten sich themenspezifische  Lerngruppen, die nun in den kommenden fünf Unterrichtsstunden selbst einen Podcast oder ein Lernvideo erstellen sollen. Dabei gab ich den Gruppen die Vorgabe, dass das Video mindestens 3- maximal 5 Minuten lang sein darf, eine sachliche Argumentation/Darstellung aufweisen soll (bei dem Inhaltsfeld nicht immer einfach) und eine Form der Selbstlernkontrolle (z.B. ein Kahoot-Test o.ä.) erstellt werden soll. Die Videos werden mit den Handys der SchülerInnen gedreht. Alternativ wollte eine Gruppe die App „Veescope Live“ testen, mit der man quasi Greenscreen-Videos erstellen kann. Ich erwarte aber kein Michael Bay Produkt…oder vielleicht doch, wenn ich nochmal über die Jungs in der Gruppe nachdenke…

Nach der Arbeitsphase werden die Videos nach und nach im Unterricht eingesetzt. Thematisch passt das ziemlich gut in meine Reihenplanung. So finden sich Gruppen zur Ausbreitung des Islams, des Christentums, dem Verlauf der Kreuzzüge (und der kritischen Betrachtung des Mythos-Begriffs), zentralen Begriffen des Islams und der Behandlung von Al-Andalus. Ich selbst werde auch ein paar Lernvideos erstellen und die „Lücken“ in der Reihe nach und nach füllen. Durch die erneute Drehung des Konzepts erhoffe ich mir, dass die SchülerInnen einen guten Start in die Methode finden und noch mehr Motivation im Unterrichtsgeschehen aufweisen. Zur Vorbereitung der Inhalte bringe ich den SchülerInnen ausgesuchte Quellen mit, da manche Themen doch recht schwer zugängig sind und wir keine gut ausgestattete Bibliothek in der näheren Umgebung besitzen. Die meisten Informationen werden sie aber im Internet finden können.

Ich bin jedenfalls gespannt was das Projekt mit sich bringen wird…die Reaktion der SchülerInnen war jedenfalls überraschend positiv: „Endlich können wir mal was lernen, worauf wir Lust haben!“. Ein wenig recht hatte die Schülerin bei der Aussage ja…allerdings hatte ich auch Glück, dass die gewählten Themen so gut in meine Planung passten. Ansonsten hätte ich ein wenig „nachsteuern“ müssen.

 

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